Da klappert der Storch

Nach fast vier Jahren hat es geklappt: Wir erwarten Nachwuchs. Unser langersehnter Kinderwunsch geht in Erfüllung! Das ist einer der Gründe, weswegen auf dem Blog in letzter Zeit eine so große Stille geherrscht hat. Nach der Geburt unseres Sohnes waren wir uns einig, dass das nächste Kind schon bald bei uns einziehen darf. Aber es hat nicht geklappt, nicht natürlich, nicht mit alternativen Methoden, nicht in der Klinik.

Wenn der Kinderwunsch zur Belastungsprobe wird

Mit jedem erfolglosen Versuch wurde die Zuversicht kleiner. Der Frust wuchs und der eigentlich so schöne Kinderwunsch wurde zur Belastungsprobe. Jegliche Romantik der Familienplanung blieb auf der Strecke. Und trotzdem: Der Wunsch war immer da. Auch wenn wir zeitweise glaubten, uns mit dem unerfüllten Kinderwunsch arrangiert zu haben, so schlummerte er immer in uns. Immer mal wieder brach er heraus und wir beschlossen, doch noch einen neuen Weg einzuschlagen, eine weitere Methode auszuprobieren, doch noch einmal mit aller Kraft und Mühe unseren Wunsch Realität werden zu lassen. Wir haben uns alternative Ziele gesetzt, sind zu sportlichen Höchstleistungen aufgelaufen, ich habe mich auf meine Karriere fokussiert. Aber wenn man etwas wirklich sehnlich möchte, dann helfen auch keine Ablenkungsmanöver. Zumindest nicht bei uns und nicht dauerhaft.

Rückblickend kommt bei uns beiden der Verdacht auf, dass wir zu verbissen die weitere Familienplanung verfolgt haben. Der Kinderwunsch geht nicht in Erfüllung, wenn man ihn nur stark genug verfolgt. Nachwuchs lässt sich nicht erzwingen, nicht ohne Grund sind Kinder immer noch ein Wunder. Aber ganz ehrlich: Was sollten wir denn machen? Tagtäglich werden wir im Kindergarten, auf Spielplätzen und bei befreundeten Familien mit Babys, Geschwisterkinder und Schwangeren konfrontiert. Immer wieder stellt jemand die Frage nach weiterem Nachwuchs. Ganz ehrlich, diese Frage sollte sich jeder schenken. An manchen Tagen wäre ich in Tränen ausgebrochen, an anderen hätte ich am liebsten vor Wut laut geschrieen, aber ich habe mich beherrscht und irgendwie reagiert. An manchen Tagen habe ich gesagt, dass wir verzweifelt versuchen, ein weiteres Kind zu bekommen, es aber nicht klappen will. Die letzte Reaktion ist wohl die Beste, denn die zeigt deutlich, dass diese sehr intime Frage absolut unangebracht ist.

Unerfüllter Kinderwunsch geht in Erfüllung

Als unsere Hoffnungslosigkeit den Tiefpunkt erreicht hatte und bei mir ein Jobwechsel gerade erfolgt war, da hat es dann geklappt. Auch dieses Mal nicht ohne Unterstützung, aber diesen Weg hatten wir schon einige Male eingeschlagen, jedes Mal ohne Erfolg. Ich konnte es nicht glauben. Ich war tatsächlich schwanger. Die Freude war riesig, aber irgendwie konnte ich mich nicht so richtig darauf einlassen. Während meine erste Schwangerschaft bilderbuchmäßig verlief, plagte mich die ersten vier Monate heftige Übelkeit. Am schlimmsten war sie nachts, wenn ich im Bett lag und zur Ruhe kommen wollte. Ganz eindeutig: Fehlanzeige.

Nachdem die Übelkeit nur noch alle paar Tage aufkam, was sie jetzt im siebten Monat immer noch tut, kamen Rückenschmerzen und Kreislaufprobleme dazu. In Kompressionsstrümpfe zwänge ich mich seit dem dritten Monat tagtäglich. Das volle Programm eben. Nicht falsch verstehen, ich möchte mich nicht beschweren, aber diese Schwangerschaft ist kein Zuckerschlecken. Manchmal fühlt es sich so an, als würde mein Wunsch auf eine letzte Probe gestellt werden, was natürlich totaler Quatsch ist, weil viele Frauen unter derartigen Begleiterscheinungen leiden. All diese Querelen, gepaart mit der wirklich belastenden Corona-Situation hindern mich häufig daran, die Schwangerschaft ganz bewusst zu genießen. Das macht mich traurig, habe ich diesen Zustand doch so lange ersehnt.

Schon als Ungeborenes mitten drin

Aber unser Nachwuchs lässt sich nicht beirren, strampelt und rumpelt fröhlich in meinem Bauch herum und gibt alles, um jetzt schon am Familienleben teilzuhaben. Der große Bruder kann es kaum erwarten und auch der Vater freut sich riesig. Sofern mein Körper arbeitsfähig ist, trennen mich nur noch wenige Wochen vom Mutterschutz und so langsam fangen wir an, unsere Wohnung babytauglich zu gestalten. Denn von unserem “Babykram” haben wir uns bei unserem letzten Umzug bewusst getrennt. Wir konnten den Anblick einfach nicht mehr ertragen, verbildlichte er doch unseren Wunsch in Perfektion. Der Nestbau hilft mir, meine Vorfreude wird größer, genau wie mein Bauch, der schon jetzt ungekannte Ausmaße angenommen hat. Wir sind gespannt auf die kommenden Monate. Doch egal, was da kommen mag, eins steht fest: Es wird wieder einmal alles anders werden. Anders und ziemlich gut.