Wir sind eine Familie

Wir sind eine kleine Familie. Tatsächlich. Einige Zeit sah es so aus, als blieben wir zu zweit. Wäre nicht alles anders gekommen, würden der Vater und ich nun wahrscheinlich irgendwo in Südamerika in den Bergen rumklettern oder auf Islandponys über die Insel galoppieren. Denn da waren wir uns einig: Wir wünschen uns Kinder, aber wir wollen das Leben genießen und nicht an unserem Kinderwunsch verzweifeln. Schließlich hat das Leben zu zweit auch seine Vorteile. Ferne Länder bereisen, Abenteuer erleben, nach einem Theaterbesuch den Abend bei einem Glas Weinausklingen lassen, sonntags nach einer durchzechten Nacht die drei Bier zu viel ausschlafen und nachmittags im Schneckentempo zum Frühstückscafé schlendern.

Mehr Glück als Verstand

Keine Frage, wir sind unsagbar dankbar dafür, dass es anders gekommen ist: dass wir uns auf einen Urlaub in Holland mitten in den Sommerferien freuen, dass unsere Abenteuer auf dem Spielplatz stattfinden, dass wir abends vollkommen platt auf der Couch liegen, dass schlaflose Nächte auf Albträume, Krankheit oder akute Schlafunlust unseres Sohnes zurückzuführen sind und das Frühstück trotzdem pünktlich am frühen Morgen auf dem Tisch steht, wobei wir Eltern uns mit literweise Kaffee wach trinken. Klingt nicht so pralle? Ist es aber, dieses Leben ist wirklich toll. Wir könnten nicht glücklicher sein. Oder vielleicht doch? Das wissen wir nicht. Genau wie vor drei Jahren sitzen der Vater und ich oft zusammen und überlegen, wie wohl unsere Zukunft aussieht. Die Erfüllung unseres Kinderwunsches wahr wohl mehr Glück als Verstand. Vielleicht auch Schicksal.

Auf Ab-Um- und richtigen Wegen

Wir fordern das Schicksal heraus. Immer wieder schlagen wir unbekannte Wege ein und stellen uns neuen Herausforderungen. Dabei haben wir gelernt, dass wir vieles einfach nicht bestimmen können. Deswegen versuchen wir, darauf zu vertrauen, dass wir unseren Weg schon finden. Dass das Schicksal es gut mit uns meint. Natürlich gibt es diese Tage, an denen wir uns ohnmächtig fühlen. An denen wir das Schicksal nicht akzeptieren können oder wollen, an denen uns unser Alltag über den Kopf wächst und wir nach exotischen Alternativen suchen. Aber diese Tage hat wohl jeder, die gehören zum Leben dazu. Umso wichtiger ist es, dass wir uns gerade in diesen Situationen daran erinnern, wie gut wir es haben. Wir haben einen kerngesunden und fröhlichen kleinen Superhelden. Unser Wagnis, Hamburg nach der Geburt unseres Sohnes zu verlassen, wurde belohnt: Wir Eltern haben beide einen guten Job, wohnen in einer schönen Wohnung und haben tolle neue und alte Freunde im Rheinland (wieder-)gefunden. Eigentlich haben wir keinen Grund zum Jammern, trotzdem tun wir es manchmal. Vielleicht, weil wir unseren Weg so ganz endgültig noch nicht gefunden haben.

Familien-Blog Tatsächlich Familie

Berg- und Talfahrt

Das werdet ihr auch auf unserem Blog merken. Wir gehen unseren Weg. Dieser Weg ist weder geradlinig noch hat er den Anspruch auf Richtigkeit. Es ist einfach unser Weg, der bestimmt nicht immer sinnvoll ist. Nicht für andere und nicht für uns. Aber wir versuchen, intuitiv zu leben und uns an unseren Bedürfnissen als kleine Familie zu orientieren. Diese Bedürfnisse versuchen wir in Einklang zu bringen, so gut wie es geht und auf dieser Basis unser gemeinsames Leben zu meistern. Denn so glauben wir, dass wir alle drei am glücklichsten sind, bleiben und werden.

Wir leben nach einem Bauch-Herz-Prinzip, was nicht ausschließt, dass wir uns informieren und erkundigen. Das steht außer Frage. Wir sind offen für alle Ansätze. Dabei überlegen der Vater und ich gemeinsam, was für uns passt. Einige Male schon haben wir Wege eingeschlagen, die wir mit Hilfe von Familie und Freunden wieder verlassen haben, denn sie haben uns nicht gut getan. Immer wieder müssen wir uns eingestehen: Die Abzweigung haben wir falsch gewählt, den Weg sind wir zu schnell gegangen, hier hätten wir ruhig ein bisschen mehr Tempo machen können oder vielleicht sollten wir diesen Umweg mal rückwärtsgehen.

Reise zur Nachhaltigkeit

Anfang 2019 haben wir beschlossen, einen neuen Weg zu gehen, der sich stark auf unser Leben auswirkt. Vor allem auf unser Konsumverhalten. Wir wollen nachhaltiger leben. Wir versuchen, Müll zu vermeiden, kaufen Lebensmittel möglichst ohne Verpackung, sind auf feste Shampoo-Bits und Seife umgestiegen und radeln noch mehr als ohnehin schon. Im Alltag können wir unser Vorhaben gut umsetzen, aber bei Ausflügen oder im Urlaub, da machen wir Ausnahmen. Wir geben unser Bestes, aber wir wollen nicht zu verkrampft an die Sache herangehen, sonst bleibt die Lust auf der Strecke. Und die ist wichtig, um durchzuhalten. Denn wenn man sich umschaut, wird man von Müll und Verschwendung nur so erschlagen. Da wir noch Anfänger im Nachhaltig-Leben sind, holen wir uns Rat von anderen. Schauen, wie wir unser Vorhaben weiter optimieren und mit Spaß umsetzen können. Und wenn uns dann doch einmal alles über den Kopf wächst, dann schnüren wir unsere Laufschuhe und laufen uns den Kopf frei. Gemeinsamer Sport vorzugsweise an der frischen Luft ist ein fester Bestandteil unserer Familie.

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