Doppeldecker

Nicht Kipferl, nicht Zimtstern, nicht Makrone – das in meinem Elternhause begehrteste Weihnachtsplätzchen ist der Doppeldecker. Seit ich denken kann, hat mein Vater Jahr für Jahr in der Vorweihnachtszeit seine hauseigene Weihnachtsbäckerei eröffnet. Wir Kinder durften und sollten auch gerne helfen, aber nur unter den strengen Anweisungen meines Vaters. Nicht falsch verstehen: Das Backen hat immer großen Spaß gemacht, aber mein Vater hatte sehr genaue Vorstellungen, wie alles abzulaufen hat. Wie die Plätzchen aussehen sollen und wer welche Arbeiten übernimmt. 

Unsere Weihnachtsbäckerei heißt auch zu Recht so. Denn mein Vater hatte immer große Ambitionen. Er nahm sich vor, die verschiedensten Sorten zu backen, sonst würde die Weihnachtsvöllerei ja auch irgendwann langweilig werden. Und da seine Plätzchen in der gesamten Verwandschaft – und die fällt bei uns ziemlich groß aus – allseits beliebt sind, besteht sein jährliches Weihnachtsgeschenk aus einer großen Tüte „Rudi’s gemischter Plätzchen“. 

Geschmeckt haben die Plätzchen immer alle. Wirklich alle. Aber eine Sorte ist unübertroffen: Die besagten Doppeldecker. Schon die Mutter meines Vaters hat sie gebacken. Mein Vater hat die Tradition übernommen und ich nun auch. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich dieses Jahr nur eine Sorte Plätzchen gebacken habe, welche ist ja wohl klar. 

Rezept für etwa 30 Weihnachts-Doppeldecker

Zutaten für den Mürbeteig: 

  • 250 Gramm Mehl
  • 80 Gramm Zucker
  • Ein Päckchen Vanillezucker
  • Eine Prise Salz
  • 150 Gramm kalte Pflanzenmargarine

Zutaten für die Füllung: 

  • Etwa 100 Gramm Johannisbeergelee

Zutaten für die Verzierung: 

  • Etwa 100 Gramm Zartbitterkouvertüre
  • Etwa 50 Gramm Kokosraspeln

An drei aufeinanderfolgenden Abenden habe ich die Plätzchen zubereitet, da die Plätzchen gut auskühlen mussten beziehungsweise die Füllung fest werden musste bevor ich die Doppeldecker verzieren konnte.

Am ersten Abend habe ich einen Mürbeteig zubereitet. Dafür habe ich 250 Gramm Mehl, 80 Gramm Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, eine Prise Salz und 150 Gramm kalte Pflanzenmargarine in eine Rührschüssel gegeben. Zunächst habe ich die Zutaten mit den Knethaken des Handmixers gut vermengt bevor ich sie mit der Hand zu einer Kugel geformt habe. Die Teigkugel habe ich anschließend für eine gute halbe Stunde kalt gestellt. Anschließend habe ich den Teig ausgerollt und mit einem kleinen Schnapsglas Kreise ausgestochen. Die Plätzchen habe ich dann anschließend auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech für etwa zehn Minuten bei 180 Grad gebacken. Die Plätzchen habe ich dann über Nacht auskühlen lassen.

Am nächsten Abend habe ich die Hälfte der Plätzchen mit Johannisbeergelee bestrichen. Auf jedes bestrichene Plätzchen habe ich ein unbestrichenes Plätzchen gelegt, sodass die Doppeldecker entstanden sind. Damit die Marmelade ausreichend trocknen konnte, habe ich die Plätzchen bis zum nächsten Abend wieder ruhen lassen. 

Für die Verzierung habe ich etwa 100 Gramm zerkleinerte Zartbitterkouvertüre in einem Wasserbad geschmolzen. Rund 50 Gramm Kokosraspeln habe ich in einen tiefen Teller gegeben und zwei Backpapiere bereit gelegt. Nachdem die Kouvertüre geschmolzen war, habe ich die Doppeldecker an der Seite mit einem Kuchenpinsel mit der Schokolade bestrichen und sie anschließend durch die Kokosflocken gerollt. Zum Trocknen habe ich die verzierten Doppeldecker auf das Backpapier gelegt.

Klingt nach viel Arbeit, ist es aber eigentlich nicht. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten muss man ein wenig Zeit verstreichen lassen, aber es reichen auch ein paar Stunden. Da ich die Plätzchen unter der Woche gebacken habe, bin ich jedoch immer erst nach Feierabend, wenn unser Sohnemann im Bett lag, zu dem nächsten Schritt gekommen. 

Und ganz ehrlich: Die Mühe ist es wert. Die Doppeldecker sind einfach wahnsinnig lecker und machen jeden Tag ein bisschen schöner – nicht nur zur Weihnachtszeit. 

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