Zeitreise

Das Wochenende stand an und sollte endlich auch einmal den Sommer im Gepäck haben. Aber das war noch nicht Grund genug, dem Wochenende voller Freude entgegen zu fiebern. Geplant war, endlich mal wieder ganz in Ruhe meiner Heimat einen Besuch abzustatten. Doch wir begaben uns nicht nur in die Gegend, in der ich aufgewachsen bin, sondern auch ein wenig in meine Welt von früher. Denn wir waren bei den Eltern einer guten alten Schulfreundin – die Freundin und ihr Partner natürlich auch – zum Grillen eingeladen. Ein Samstag, an dem sich für mich ein wenig die Zeit zurückdrehte und ich wieder ein bisschen Teenager war.

Vom Baby geweckt

Unser kleiner Wecker meldete sich pünktlich gegen 05:30 Uhr, wir warfen uns in unsere Laufparnier und liefen der aufgehenden Sonne entgegen durch das nah gelegene Naturschutzgebiet. Perfekter kann ein Tag kaum starten. Und dann ging unser Heimat-Ausflug auch schon los. Mit knurrendem Magen setzten wir uns ins Auto – das Baby hatte sein Frühstück natürlich schon verzehrt – denn unser erstes Ziel sollte ein üppiges Frühstück bei meinen Eltern sein. Nach einem Lauf ist das anschließende Frühstück immer ein Segen, aber noch viel mehr, wenn das Frühstück im Garten bei Sonnenschein stattfindet. Abgesehen davon ist es für uns immer wieder ergreifend, zu sehen, wie glücklich wir unsere eigenen Eltern mit unserem Sohn machen. Wie verzückt sie ihren Enkel betrachten, mit ihm spielen, ihm allerhand Dinge zeigen, ihn herumtragen und mit ihm schmusen. Die eigenen Eltern mit so viel Glück zu erfüllen, ist eine wunderbare Erfahrung – eine sehr schöne Begleiterscheinung des Elternseins.

Vom Wandern hungrig

Am Nachmittag wurden wir zum Grillen erwartet. Damit unser Sohn ausgeschlafen und maximal gut gelaunt das Grillevent, die völlig fremde Umgebung, zwei bekannte und zwei völlig unbekannte Gesichter überstehen würde, machten wir uns schon zwei Stunden vorher auf den Weg, um mit unserem Sohnemann durch das Wurmtal zu wandern. Natürlich mit der Bondolino – geht auch nicht anders bei den schmalen und steilen Wegen – dem Schlafgarant Nr 1. Der Vater trug das Baby, ich Getränke und Kamera und so stiefelten wir los. Wir starteten an der Burg Wilhelmstein und schlugen in dem kühlen Wald einfach immer die Wege ein, die uns gerade am besten gefielen. Hätte natürlich auch schief gehen können, aber wir haben uns nicht verlaufen, unsere Intuition hat uns eine wunderschöne Rundwanderung beschert.

Vom Grillen gesättigt

Das Baby war ausgeschlafen, der Vater nassgeschwitzt und beide Eltern ziemlich hungrig und durstig, die perfekte Zeit für einen Besuch – aber vor allem für eine gute Mahlzeit. Ich war schon ein wenig aufgeregt, den Eltern meiner Freundin, die ich aus meiner eigenen Kindheit und Jugend kannte, nun als Erwachsene mit eigener Familie gegenüber zu treten. Irgendwie haben sich die Rollen krass verändert, aber trotzdem habe ich mich auch ein wenig wieder wie 13 gefühlt. Und es war wunderschön. Völlig entspannt saßen wir im Garten, haben erzählt und lecker gegessen. Unser Sohn musste erst einmal warm werden, aber dann hatte er ziemlich gute Laune bis es ihm nach zwei Stunden einfach zu viel wurde, ihm heiß und er müde war und er einfach nicht zur Ruhe fand. Gut, dass wir gesättigt waren und wir ohnehin schon die Uhrzeit erreicht hatten, an der wir uns gen Heimat aufmachen wollten. Kaum fuhren wir los, fiel unser Baby in den Tiefschlaf – er hatte wirklich genug. Und gemeinsam hatten wir einen rundum wunderschönen Tag in der Heimat.

Vom Heimkommen überwältigt

Zunächst dachten wir, dass unser Sohnemann einfach weiterschlafen würde, nachdem wir zu Hause angekommen waren. Aber Pustekuchen: Der Herr war so aus dem Häuschen und vor Freude kaum zu halten, dass er endlich wieder in seiner vertrauen Umgebung war, dass er jauchzend durch unsere Wohnung robbte, seine Spielsachen überall verteilte und anschließend völlig erschöpft, aber mindestens genauso entspannt einschlummerte.

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