Familien-Vatertag

Es ist Vatertag. Es ist frei. Es scheint die Sonne. Und weil am Vatertag die Väter das Sagen haben, hat auch in unserem Hause der Vater entschieden. Zugegeben, ich hatte auch ein wenig Mitspracherecht, aber der Wunsch des Vaters gefiel mir ganz gut. In aller Frühe wollte er aus den Federn hüpfen, den Sohnemann in seinen Thule Chariot Cougar 1 setzen, sich auf die Räder schwingen und ins rund 50 Kilometer Radstrecke entfernte Königswinter radeln.

Um 06:00 Uhr rief unser Sohn, er war bereit. Er hatte fertig geschlafen und wollte den Tag einläuten. Für uns der Startschuss. Die Satteltaschen waren gepackt, also mussten wir nur noch in unsere Klamotten schlüpfen und schon radelten wir los. Zuerst nach Knotenpunkten, vorbei an Schlössern, Reitturnieren, Seen und Kirchen bis wir unser Ziel den Rheinradweg, die Euroveloroute 15, erreichten.

Entdecke den Spießer in dir

Linksrheinisch radelten wir von Wesselingen bis nach Königswinter mit traumhaften Blick auf das Siebengebirge. Unser Sohn war bester Laune und verlangte mir einiges ab – ich konnte ihm gar nicht schnell genug radeln. Nach rund zwei Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Und so saßen wir am Rhein auf einer Bank mit Blick auf die Burg Drachenfels und picknickten. Für den Sohnemann gab es Paprika und für uns Eltern selbst gebackene Nussschnecken. Während wir verschnauften kamen so langsam die Vatertags-Trupps aus ihren Löchern gekrochen. So ändern sich die Zeiten: Anstatt mit seinen Jungs loszuziehen, saß der Vater ziemlich spießig mit Frau und Sohn am Rhein und schmatzte gesundes Dinkelgebäck.

Dem Vater gefiel‘s, das sagte er zumindest. Blieb ihm auch nichts anderes übrig, schließlich hatte er das Programm gewählt. Er hätte sich auch für Bollerwagen und Bier entscheiden können, entschied sich aber für spießiges Familienprogramm. Aber nicht nur dem Vater gefiel es, auch unserem Sohn. Jedem Passanten, ob radelnd oder gehend, winkte er fröhlich zu. Wie ein kleiner Tourist saß er da mit seinem Lätzchen, Paprika-verschmiert und riesigem Sonnenhut und freute sich. Und die Leute freuten sich mit ihm, allen voran wir Eltern.

So ein Tag, so wunderschön wie heute

Nach einer kleinen Versteck-Spiel-Einheit beschloss unser Sohn, dass es Zeit wäre, weiter zu radeln. Bis zur Konrad-Adenauer-Brücke radelten wir zurück, um anschließend rechtsrheinisch Richtung Köln zu strampeln. Es dauerte nicht lange bis unser Kleiner vom vielen Winken müde seine Augen schloss und ein kleines Powernap einlegte. Aber natürlich nur bis das nächste Highlight anstand. Seine erste Bootsfahrt. Denn wir mussten ein Mini-Stück Boot fahren. Rund fünf Meter mit der Siegesfähre für insgesamt drei Euro. Ein teurer Heidenspaß. Aber nun wissen wir: Bootfahren findet der kleine Mann ziemlich spannend.

Nach der kleinen Unterbrechung radelten wir weiter. Mal direkt am Rhein entlang, mal durch Dörfer, mal durch Felder – immer der Veloroute folgend. Bis wir in Rodenkirchen ankamen. Dort überquerten wir wieder den Rhein, denn wir wollten unsere Tour vorerst in der Südstadt beenden. Zielstrebig steuerten wir den Volksgarten an und ließen uns ziemlich erschöpft neben dem Sandkasten nieder. Rund 100 Kilometer Radtour mit Kind und Gepäck schlauchen dann doch schon ziemlich. Der Gegenwind tat dann noch sein Übriges, aber wir nahmen ihn gerne in Kauf, denn sonst wären die sommerlichen Temperaturen kaum ertragbar gewesen.

Für uns Radler gab es das gleichnamige kühle Getränk und für den Sohnemann Apfelschnitze bevor wir die restlichen Kilometer im Schneckentempo Richtung Endziel antraten. Ein rundum gelungener Vatertag, der uns allen unfassbar gut gefallen hat und uns wieder einmal gezeigt hat: Der Weg ins Rheinland war der richtige. Wir finden es traumhaft schön hier und fühlen uns einfach pudelwohl. Und mit diesem Gefühl beendeten wir diesen Tag kurz nachdem wir unseren Sohn ins Bett gebracht hatten.

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