Gesund und bewusst

Wir gehen ziemlich umweltbewusst und nachhaltig durchs Leben. Glaubten wir, bis wir uns näher mit dem Thema Nachhaltigkeit befassten. Unser Auto kommt nur beim Großeinkauf oder entfernten Besuchen und Urlauben zum Einsatz. Im Alltag ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel unserer Wahl – ganz egal wie das Wetter aussieht. Nur Friederike hat uns dazu veranlasst, das Rad ausnahmsweise mal stehen zu lassen. Sicherheit geht dann doch vor.

Ausreden gibt es immer

Wir würden auch gerne die Bahn nutzen, aber wir wohnen unfassbar schlecht angebunden an den öffentlichen Nahverkehr. Ja ich weiß, Ausreden findet man immer. Aber es ist so, wir laufen zu Fuß zur nächsten Bahnstation über eine halbe Stunde. Ich könnte auch auf die beruflich bedingten Flüge von Köln nach Berlin verzichten. Rund fünf mal im Jahr stehen Termine in Berlin an, für die ich mich in den Flieger setze. Würde ich mit der Bahn fahren, müsste ich bereits am Vortag anreisen. Die Übernachtung müsste ich auch selber zahlen und mit meinen Kollegen, die geschlossen fliegen, könnte ich mich vor dem Termin nicht ohne Weiteres abstimmen. Das machen wir jetzt immer am Flughafen, im Flugzeug oder im Taxi. Also fliege ich und wähle den vermeintlich bequemeren Weg. Nun mögen manche sagen: Dann such dir doch einen anderen Job, bei dem keine weit entfernten Termine anstehen! Das wäre sicherlich eine Lösung. Aber ich mag meinen Job und möchte ihn auch gerne behalten. Abgesehen davon, sind Teilzeit-Muttis am Arbeitsmarkt nicht die erste Wahl, sodass die Suche nach einem anderen Job wahrscheinlich nicht ganz so leicht wäre.

Aller Anfang ist gut

Es gibt aber einige Dinge, die wir ändern können ohne große Kompromisse einzugehen und ohne großen Mehraufwand zu betreiben. Es gilt einfach, bewusster einzukaufen, sich mehr Zeit zu nehmen und verschiedene Geschäfte aufzusuchen. 

Obst und Gemüse

Wer im Discounter Obst und Gemüse kauft, packt meistens entweder bereits in Plastik gehüllte Ware ein oder besorgt sich ein kleines Plastiktütchen, um das Obst und Gemüse darin einzupacken. Wir legen unser Obst und Gemüse nun uneingepackt auf das Band. In der Regel besorgen wir unser Obst und Gemüse aber im Hofladen und achten darauf, dass die Ware aus der Region kommt.

Produkte aus der Kühltheke

Milch, Frischkäse, Joghurt und Käse –  all diese Leckereien stecken meist im Plastiktöpfchen oder sind eingeschweißt. Bei unserem ersten Einkauf mit dem Nachhaltig-Vorsatz standen wir ziemlich ratlos vor dem Kühlregal. Was sollten wir bloß kaufen? Eigentlich ging nichts. Also fuhren wir zum Hofladen, da gab es zumindest Milch und Joghurt im Glas. Käse kauften wir auf dem Markt – unverpackt, direkt in die Brotdose unseres Sohnemanns, die wir eigentlich immer dabei haben – und auf Frischkäse verzichten wir einfach meistens. Stattdessen haben wir selber Pestos und Kräuteraufstriche zubereitet und haben Aufstriche im Glas besorgt.

Kosmetik

Kosmetikprodukte sind für uns eine der größten Herausforderungen. Shampoo, Duschgel, Cremes, Make-Up, Zahnpasta: Es befindet sich einfach alles in einem Plastikgefäß und ist oft noch zusätzlich verschweißt. Alles, was wir an Produkten noch zu Hause hatten, haben wir aufgebraucht und  sind dann auf Stückseife umgestiegen: Zum Rasieren, zum Abschminken und zum Duschen. Meine Haare müssen sich noch etwas an das feste ShampooBit gewöhnen, aber meiner Haut geht es sehr viel besser mit der nachhaltigen Variante. Die Bodylotion haben wir durch feste Bodybutter ersetzt und auf Deo verzichte ich. Der Vater probiert gerade die feste Variante aus. Laster haben wir aber noch im Badezimmer stehen: Elektrische Zahnbürsten, herkömmliche Zahnpasta und Schminke. Bei der Zahnpflege werden wir lasterhaft bleiben, meine Zähne sind schrecklich empfindlich und ich habe lange gebraucht, bis ich eine Pflege gefunden habe, die ich vertrage. Schminke ist eine Baustelle, die ich in Angriff nehmen werde, wenn meine Vorräte aufgebraucht sind, aber das wird noch eine ganze Weile dauern.

Haushalts- und Putzmittel

Auch im Haushalt versuchen wir, Müll zu vermeiden und auf nachhaltige Produkte umzusteigen. Beispielsweise sind wir von Flüssigwaschmittel auf Pulver umgestiegen. Aber hier stehen wir noch ganz am Anfang. Auch bei der Spülmaschine und bei den Badreinigern wollen wir umsteigen, wenn unsere Vorräte erlischt sind. 

Kleidung

Wir sind zwar nicht die Super-Shopper, aber wir haben doch mehr Kleidungsstücke im Schrank als wir eigentlich brauchen. Wir haben uns vorgenommen, Kleidung nur dann zu kaufen, wenn wir sie wirklich brauchen und nicht zuschlagen, weil die Jeans gerade im Angebot ist, während im Kleiderschrank schon vier derselben Sorte lagern. Ein weiteres Vorhaben ist, dass wir qualitativ hochwertig shoppen wollen. Also Kleidung, die lange hält und nicht nach einer Saison tonnenreif ist. Als wir uns dieses Ziel gesetzt haben, ist uns aufgefallen, dass wir stark darauf achten, dass unser Sohn hochwertige Kleidung, die auch gerne schon von anderen getragen werden durfte, trägt. Warum setzen wir Maßstäbe bei unserem Sohn und pfeifen bei unserer eigenen Kleidung darauf, haben wir uns gefragt und mussten einsehen, dass es absolut sinnlos ist. 

Kleine Maßnahmen, große Effekte

Klingt alles unspektakulär und viele mögen denken, das bringt doch noch gar nichts. Das können wir klar widerlegen. Wir produzieren, wenn es hochkommt, ein Drittel an Müll. Unsere Einkäufe sind zwar teurer, aber wir kaufen weniger ein. Am Ende des Monats haben wir tatsächlich weniger Geld ausgegeben. Abgesehen davon, fühlen wir uns gut: Wir wissen, dass die Dinge, die wir konsumieren, unserer Gesundheit nicht schaden. Es ist wirklich erschreckend, was für Schadstoffe beispielsweise in Kosmetikprodukten stecken –  das hat uns die App CodeCheck ganz klar vor Augen geführt. 

Nachhaltiger leben bedeutet bei uns, dass wir mehr Zeit für die Einkäufe einplanen und mehr Zeit in der Küche verbringen. Einfach, weil wir noch mehr selber zubereiten. Wir backen nicht nur unser Brot selbst und kochen jeden Tag frisch, sondern auch Aufstriche und Marmeladen bereiten wir selber zu. Das funktioniert bei uns hervorragend, weil der Vater und ich gemeinsam entschieden haben, dass wir nachhaltiger leben wollen. Sehr zur Freude unseres Sohnes, der Einkaufen, Backen und Kochen einfach toll findet und gerne mitmischt. 

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