Gewichtszunahme

Wer schwanger ist, der nimmt zu, soll er auch. Wer googelt, der findet eine Menge Angaben dazu, wie viel eine werdende Mutter am besten zunehmen sollte. Wer vor der Schwangerschaft schlank war soll dabei mehr zunehmen als Frauen, die in die Schwangerschaft mit Hüftgold gestartet sind. Das klingt logisch, aber trotzdem läuft die Gewichtszunahme nicht bei allen Frauen gleich.

Appetitlosigkeit

Ich bin sehr schlank in die Schwangerschaft gestartet, habe sehr viel Sport getrieben und mich gesund ernährt. Die ersten Monate der Schwangerschaft standen unter dem Stern der Dauerübelkeit. Ich musste mich nicht übergeben, aber wirklich Appetit hatte ich nicht. Immer wieder überkamen mich Gelüste – Pistazieneis war ganz hoch im Rennen – aber sobald ich den Gelüsten nachgehen konnte, ich zum Beispiel vor einer Eisdiele stand, überkam mich ein regelrechter Ekel. Dementsprechend nahm ich am Anfang kaum zu. Das bereitete mir Sorgen, denn meine verbotene und doch getane Google-Suche hatte ergeben: „Wer nicht genug zunimmt, der schadet seinem Baby!“ Und das war wirklich das Letzte, was in meinem Sinne stand.

Ständig in Sorge

Um sicher zu gehen, dass es meinem ungeborenen Baby wirklich an nichts fehlt, sprach ich das Thema immer wieder – eigentlich bei jedem Arztbesuch – an. Meine Gynäkologin interessierte sich aber überhaupt nicht für mein Körpergewicht, es war ihr egal, dass ich nicht kontinuierlich zunahm. Sie interessierte vor allem das Baby, das sich prächtig entwickelte, und mein Gesamtzustand, der ebenfalls keinen Grund zur Sorge lieferte. Trotzdem war ich nie gänzlich beruhigt, was aber bestimmt daran liegt, dass ich einfach alles perfekt machen wollte, ich wollte unserem ungeborenen Baby die perfekte Wohnung bieten. Ich kann die Sorge um das eigene Körpergewicht in der Schwangerschaft nur zu gut nachvollziehen, aber mir wurde mehr als deutlich mit auf den Weg gegeben, dass ich mich entspannen soll, solange es mir gut geht, mein Kreislauf stabil ist und ich mich fit fühle. Denn das Baby würde sich in jedem Fall nehmen, was es braucht. Wenn jemand zu wenig bekommt, dann die Mutter. In der Schwangerschaft wird zuerst das Baby versorgt und dann die werdende Mutter. Die Gewichtssorge ist also nur eine Sorge um das eigene Wohlergehen, das Wohlergehen des Babys untersuchen die Ärzte ja ohnehin sehr engmaschig.

Plötzliche Gewichtszunahme – Wassereinlagerung

Allein zu einem Zeitpunkt war mein Gewicht dann doch von Interesse. Von einem Tag auf den anderen schwappte eine regelrechte Hitzewelle über Hamburg und genau so plötzlich wie die Temperaturen anstiegen, schnellte mein Gewicht in die Höhe. Bedeutet in Zahlen: Über Nacht rund 2,5 Kilogramm. Das machte mir Sorgen, denn solch ein plötzlicher Gewichtsanstieg kann auch immer auf eine Gestose hindeuten. Dieser Verdacht hat sich bei mir zum Glück nicht bewahrheitet, aber es stand fest, dass ich die Tendenz dazu habe, Wasser einzulagern. Die Gegenmaßnahme lautete: Kompressionsstrümpfe. Unfassbar heiß die Dinger, unfassbar eng und nicht wirklich schön, aber ich habe sie lieben gelernt. Meine Beine haben sich viel leichter angefühlt als vorher und mit Wassereinlagerungen hatte ich überhaupt keine Probleme mehr, wenn ich die Strümpfe konsequent getragen habe.

Bis zum Ende der Schwangerschaft habe ich nur rund sechs Kilo zugenommen, das war schon sehr wenig, aber ich habe immer auf mein Hungergefühl gehört und versucht, mich zu entspannen und das Essen zu genießen. Im Endeffekt war es für mich die richtige Strategie, denn unser Wurmi kam mit gesunden 3350 Gramm zur Welt. Nur beim Stillen musste und muss ich immer noch sehr aufpassen, dass mein Gewicht nicht zu niedrig wird, denn hier fehlen mir einfach die Reserven, die ein Großteil der Schwangeren in der Schwangerschaft anlegen. Bei der nächsten Schwangerschaft versuche ich, mich zu entspannen und meinem Körpergewicht keine zu große Rolle zuzumessen – aber ein paar Reserven würde ich mir doch gerne anfuttern, das steht außer Frage.

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