Ich mach dich gesund

Anstatt unseren Nachmittag mit Freunden in einem Hamburger Café bei einem Stück des leckersten Carrot-Cakes und einem Latte zu verbringen, saßen wir mit unserem Sohnemann in der Notfallpraxis in der Kölner Uniklinik. So haben wir uns unseren Urlaub nicht vorgestellt. Keiner von uns dreien, aber am wenigsten sicherlich unser Sohn, dem es einfach mies ging. Das sonst so bewegungsfreudige Kind wollte keinen einzigen Schritt gehen. Der kleine Vielfraß war schon nach zwei Happen satt und ein Lächeln huschte ihm nur mit viel Mühe übers Gesicht. Selten waren wir in unserem Leben so geplagt von Sorgen wie an diesem Tag. Trotz Zäpfchen hatte er immer noch sehr hohes Fieber – den vierten Tag in Folge. Sein Husten wurde immer schlimmer und auch wenn er seine Augen kaum offen halten konnte, fand er nicht in den Schlaf. Kaum hatte er zur Ruhe gefunden, plagte ihn ein weiterer Hustenanfall, der ihn aus dem Schlaf riss.

Treffpunkt Notfallpraxis

Also fuhren wir in die Notfallpraxis. Wir wussten einfach nicht mehr weiter. Und als wir dann die Notfallpraxis betraten, staunten wir nicht schlecht. Da saßen unsere Freunde mit ihrer kranken Tochter – so trifft man sich wieder. So ist das eben als Eltern, da trifft man sich in der Klinik und nicht im Café. Schwere Grippe lautete die Diagnose des unaufgeregten Arztes und gerötete Ohren: „Die Diagnose tippe ich hier den ganzen Tag.“ Machte den ganzen Zustand zwar nicht besser, aber beruhigte uns schon ungemein. Wir stiefelten los zur Apotheke und deckten uns ein. Fiebersaft, Hustensaft, Augentropfen und Nasentropfen – das Rundum-Programm hatte der Arzt verschrieben. Auch wenn wir eigentlich sehr bemüht sind, unserem Sohn weder zucker- noch alkoholhaltige Medikamente zu verabreichen, stand fest: Er bekommt das, was der Arzt empfiehlt. Hauptsache, er findet in den Schlaf und wird schnell wieder gesund. Denn sein Körper hatte keine Kraft mehr auch nur irgendetwas zu bekämpfen. 

Supersaft mit Heilungskraft

Kaum waren wir daheim angekommen, verabreichten wir unserem Sohn seine Medizin. Fiebersaft mit Erdbeergeschmack und Hustensaft, der nach Zitronenbrause riecht. So viel Zucker wie in den Supersäften enthalten ist, hat unser Sohn in seinem ganzen Leben wahrscheinlich noch nicht zu sich genommen. Aber egal, laut schmatzend schluckte er brav seine Medizin. Die Augen- und Nasentropfen gefielen ihm nicht ganz so gut, aber auch die bekamen wir mit gemeinsamen Kräften in Augen und Nase. Und dann legten wir uns gemeinsam hin. Der Vater und ich vollkommen kraftlos von schlaflosen Nächten und einem aufreibenden Tag, unser Sohn gebeutelt von seiner Krankheit. Nach etwa einer Stunde wirkten die Medikamente. Der Husten ließ nach und der Kleine fand endlich zur Ruhe. Und dann schlief er, ganze dreizehn Stunden. Immer wieder wachten der Vater und ich auf und mussten nachschauen, ob es unserem kleinen Mann noch gut geht. Wir konnten kaum glauben, dass er wirklich immer noch schlief. Heute sagen wir: Ein Hoch auf die Medizin!

In den letzten Tagen habe ich in vielen Momenten darüber nachgedacht, wie ich das alles alleine schaffen sollte. Die Verabreichung der Medizin, das Aushalten der Sorgen, die Nachtwachen. Ich ziehe meinen Hut vor allen Alleinerziehenden.  Und jetzt hoffe ich, dass wir das Gröbste überstanden haben. Denn heute Morgen läuft unser Sohn wieder, er lacht wieder, er brabbelt wieder. Aber das schönste ist, dass er, kaum war er aufgestanden, getanzt hat. Einfach so stand er da, hat sich gefreut und hat getanzt. Ein wunderbares Geschenk, das uns Eltern unfassbar glücklich gemacht hat.

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