Oh du fröhliche!

Vergangenes Wochenende war die Welt schon ein bisschen verzaubert. Die Landschaft hatte sich in ihr weißes Gewand gehüllt und trotz Zwiebellook kroch die klirrende Kälte durch die winzigsten Spalten der Kleidung. Von Füßen konnte keiner Rede mehr sein, vielmehr gingen wir auf Eisklötzen spazieren und auch unsere Hände und Nasen waren vor Kälte rot angelaufen. Keine Frage: Zeit für Weihnachten!
 
Den Zug haben wir aber irgendwie verpasst. Als wir bereit waren, uns auf das weihnachtliche Geschehen einzulassen, da war es auch schon wieder vorbei mit dem Winterwonderland. Die Welt hatte sich in ein matschiges Nass-Grau verwandelt. Der Zwiebellook bescherte uns Hitzeanfälle und die Lust auf Glühwein war nicht mal ansatzweise mehr vorhanden. Egal: Wir hatten Lust auf Weihnachten. Und weil Aachen eine wunderschöne Weihnachts-Stadt ist, sind wir an diesem Wochenende nach Aachen gefahren.

Frühlingsgefühle zu Weihnachten

Stimmt nicht so ganz, denn unser erstes Ziel war der Blausteinsee. Wir können ja schlecht nach Aachen fahren, ohne den Großeltern die Laufkünste unseres kleinen Sohnemanns zu präsentieren. Also spazierten wir mit unseren Babys – der Vater und ich mit unserem Sohn und meine Eltern mit ihrem Baby-Aussiedoodle – um den See, um anschließend in der See-Gastronomie einzukehren. Da saßen wir dann im Pulli auf der Terrasse und ließen uns bei einem Latte die Sonne auf den Bauch scheinen. So sieht also der neue Winter aus. Eigentlich hätten wir uns gar nicht wundern brauchen, war ja auch schließlich letztes Jahr schon so, als wir bei unserem Weihnachtsspaziergang an blühenden Kirschbäumen entlang flanierten.
 
Sonne hat ja auch durchaus etwas für sich – nur eben nichts Weihnachtliches, zumindest nicht in Kombi mit einem Pulli, der eigentlich auch schon zu warm ist. Dem Frühlingswetter zum Trotz haben wir an unserem Weihnachts-Ausflugs-Plan festgehalten und sind zur Patentante und dem Patentanten-Mann nach Aachen gesaust. Gegen Mittag trudelten wir bei den beiden ein. Unser Sohn tobte sich aus. Er pflückte Schoko-Nikoläuse von Geschenken, warf Tischuntersetzer in die Luft und rollte Riesenbälle durch die Wohnung. Aber vor allem führte er gut gelaunt seine neuen Lauf-Skills vor. Er tapste, watschelte und torkelte durch die Gegend, voller Stolz auf sich selber.

Gedränge, Getrippel, Geschiebe – Weihnachtsmarkt eben

Als es dann begann zu dämmern, brachen wir mit einem müde gespielten Baby auf in Richtung weihnachtliche Innenstadt. Warum hatte ich mir das nochmal gewünscht? Ich mag keine Menschenmengen. Ich mag kein Gedränge. Ich mag dieses Gänse-Schritt-Gewatschel nicht. Das aber genau sind Innenstädte zur Weihnachtszeit. Egal, schön war es trotzdem und weihnachtlich auch irgendwie. Ganz besonders im Parsley and Fruits, in dem wir dann einkehrten, um uns die Bäuche voll zu schlagen. Der eigentlich schon schlafbereite Sohnemann mümmelte ohne Unterlass Brot und freute sich mindestens genauso über einen wunderschönen Samstag, der sich so langsam dem Ende zuneigte.

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