Platzwunder Bauch

Platz ist bei uns ein ganz großes Thema: Unser Sohn macht seinem Geschwisterkind Platz in seinen Schubladen und Schränken im Kinderzimmer. Der Vater schafft gefühlt überall in der Wohnung Platz – im Schlafzimmer, im Badezimmer, im Esszimmer, im Wohnzimmer, nur in der Küche, da gibt es noch kein Babyutensil. Unser Nachwuchs nimmt sich seinen Platz im Bauch. Infolgedessen fehlt mir mein Platz: Bald platze ich! Das denke ich jeden Tag, doch mein Bauch scheint ein regelrechtes Platzwunder zu sein.

Schwangere Frau im Schnee

Derzeitiger Umstand: Platzmangel

So prall, groß und schwer war mein Bauch in der ersten Schwangerschaft nicht. Jeden Tag frage ich mich aufs Neue, wohin das noch führen mag. Meine Shirts sind mittlerweile alle bauchfrei, Kleider funktioniere ich zu Pullovern um, wenn ich im Schrank des Vaters nicht mehr fündig werde. Denn Umstandsmode zieht hier nicht mehr ein, schließlich sind es nicht einmal mehr vier Wochen bis zum ET. Ich bin mir sicher: Würde ich jetzt was bestellen, dann würde das Baby vor den Riesen-Bauch-Klamotten bei uns angekommen. Aber was soll’s, wir haben ja Corona, da kann – oder muss -man hemmungslos rumschlumpfen.

Es ist total faszinierend dem Platzwunder Bauch beim Wachsen zuzuschauen, aber je mehr ich drohe zu platzen, desto heftiger werden die Begleiterscheinungen: die Übelkeit, die tatsächlich nie ganz verschwunden ist, begleitet mich wieder tagtäglich. Nachts liege ich hochgebettet, fast schon sitzend auf tausenden Kissen – dabei schlafe ich am liebsten auf dem Bauch und gerne auch ohne Kissen – um das nächtliche Sodbrennen irgendwie zu ertragen. Und beim Essen, da zwingt mich der Bauch, Abstand zu halten. Der Weg des Essens vom Teller bis zu meinem Mund wird länger und es vergeht kaum eine Mahlzeit, bei der mein Bauch nicht mit isst. Sehr zum Leidwesen meiner ohnehin begrenzt vorhandenen Garderobe. So kann es dann auch schon einmal passieren, dass beim Präsentieren meines voluminösen Bauches ein bis dahin unbemerkter dicker Saucenfleck auf meinem Bauch thront. Die beiden Jungs möchten mich gerne mit Lätzchen versorgen, wahlweise könnte ich auch eine Schürze beim Essen umbinden. Aber ich weigere mich. So schwer kann es doch nicht sein, sich nicht zu bekleckern. Doch kann es, frag nur mal einen Bauch mit Platzgefahr.

Wir haben und machen Platz!

An Volumen kann mein Bauch noch vier Wochen zunehmen – vorausgesetzt es läuft alles planmäßig, was es natürlich nicht wird. Vier Wochen Bauchwachstum sind ganz schön ordentlich. Auch wenn ich gar nicht darüber nachdenken mag, wie viel Platz ich in meinem Körper noch einräumen werde, so sehr hoffe ich, dass das Baby seine Zeit und seinen Platz in meinem Körper in Anspruch nehmen wird, bis es so weit ist, seinen Platz bei uns hier auf der Welt, in unserer Familie einzunehmen.