Schlaf Baby, schlaf!

Der Schlaf eines Babys – das ist so ein Thema für sich. Jedes Baby braucht wohl seine eigenen Rituale, schläft an bestimmten Orten am besten und hat seinen ganz eigenen Rhythmus. Das Problem: Glaubt man, man hat nun durchschaut, wie man sein Baby am besten zum Schlafen bringt, hat sich das Baby schon überlegt, dass es doch eigentlich lieber ganz anders schlafen möchte. Zumindest unser Wurmi wechselt in regelmäßigen Abständen seine Lieblingsschlafgewohnheiten – das kann ganz schön anstrengend sein.

Familienbett

Die ersten Wochen nach der Geburt schliefen wir zu dritt in unserem Ehebett. Das Baby zwischen uns Eltern umringt von einem Stillkissen und fest gepuckt. Das funktionierte gut – zumindest mochte unser Baby diese Schlafposition. Nur wir Eltern konnten uns nicht so richtig entspannen. Vor allem der Vater schlief sehr unruhig aus Angst, sich im Schlaf auf das Baby zu rollen. Deswegen haben wir ziemlich schnell den Versuch gewagt, Wurmi in sein eigenes Bettchen zu betten.

Eigenes Bettchen neben dem Elternbett

Wurmis Bettchen stand an meiner Seite des Bettes, damit ich ihn zum Stillen nur in unser Bett ziehen musste. Die Seite seines Bettchens, die zu unserem Bett zeigte, war offen, sodass ich ihm, falls er danach verlangte, Körperkontakt geben konnte. So schliefen wir rund ein halbes Jahr, mal ruhiger, mal weniger ruhig. Aber im Großen und Ganzen funktionierte diese Variante ziemlich gut. Nur mein Nacken litt manchmal, wenn das Baby der Meinung war, dass er nur mit meiner Hand auf seinem Gesicht schlafen kann und ich ziemlich verrenkt und verknotet versuchte, das Baby zu beruhigen und gleichzeitig auf meine Schlafkosten zu kommen. Der Vater konnte keine Ablösung schaffen, denn er schlief so fest, dass ich erst ihn wecken musste, damit er sich um das nölende Baby kümmern konnte – dann war ich ohnehin hellwach, denn den schlafenden Vater zu wecken, ist gar nicht so einfach. Zudem habe ich nachts bis zum siebten Monat mindestens eine Stillmahlzeit zubereitet und die habe ich am liebsten dem schlafenden Baby gegeben.

Mit rund sieben Monaten wurde unser Wurmi immer mobiler: Auf dem Rücken liegen war absolut nicht mehr angesagt, sondern er versuchte unter größter Anstrengung in irgendeiner Form in Bauchlage vorwärts zu kommen. Und das nicht nur in seinen Wachstunden auf dem Boden, sondern auch schlafend in seinem Bettchen. Immer öfter wurde ich wach, weil das Baby sich strampelnd auf mir herumwälzte – die fehlende Seite des Babybetts musste angebracht werden. Wurmi versucht zwar seitdem, irgendwie durch die Gitterstäbe zu kommen – besonders gerne liegt er auf der Seite und streckt Ärmchen und Beinchen durch die Stäbe – aber wir mussten keine Sorge mehr haben, dass er aus dem Bett fällt.

Das Baby zieht aus

Die Stillmahlzeiten haben sich seit Einführung der Beikost immer mehr verringert – mittlerweile, Wurmi ist nun neun Monate alt, stille ich nur noch ein- oder zweimal am Tag. Zum Abendritual gehört die Stillmahlzeit fest dazu, doch dann stille ich in der Nacht überhaupt nicht mehr. Wurmi schläft meistens so gegen acht Uhr und wir schlüpfen rund zwei Stunden später ebenfalls ins Bett. Meistens bekommt er das irgendwie mit und wird unruhig, manchmal wacht er sogar ganz auf und dann müssen wir ihn erst einmal zur Ruhe bringen. Vielleicht würde er gar nicht unruhig werden oder gar aufwachen, wenn er ganz in Ruhe in seinem eigenen Zimmer schlafen würde, haben wir uns gedacht und das Experiment gewagt: Unser Baby ist ausgezogen! Ich bin ziemlich aufgeregt vor den ersten Nächten, in denen mein Baby nicht in greifbarer Nähe liegt – noch keine einzige Nacht war ich von Wurmi getrennt. Wahrscheinlich werde ich erst einmal sehr unruhig schlafen, bevor ich mich daran gewöhnt habe, dass unser Baby nicht mehr die ganze Zeit bei mir ist.

Ob ich mich freue, dass unser Baby ausgezogen ist? Ja, irgendwie schon. Es ist ein Stück Freiheit,auch wenn ich das Gefühl habe, dass wir unser Baby ein Stück weit loslassen, was gar nicht so einfach ist. Worauf ich mich besonders freue, ist meine eigene Gute-Nacht-Geschichte! Seitdem unser Baby das Licht der Welt erblickt hat, habe ich kein einziges Buch mehr gelesen. Vielleicht mal eine Zeitung oder eine Zeitschrift. Aber ein Buch? Darauf konnte ich mich irgendwie nicht konzentrieren. Außerdem ist meine liebste Lesezeit die Zeit kurz vor dem Einschlafen. Ich lese am liebsten im Bett so lange bis mir die Augen zufallen. Darauf haben wir natürlich in den letzten Monaten verzichtet – schließlich wollten wir nicht riskieren, dass das Baby vom Schein der Nachttischlampe erwacht. Nun steht dem abendlichen Lesen hoffentlich nichts mehr im Wege.

 

 

 

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