Schnuller sind Babykram

Wir haben ein Schnullerkind, das steht außer Frage. Der Schnuller ist ein treuer Wegbegleiter unseres Sohnes und hat uns in diversen Nächten erholsamen Schlaf und an einigen Tagen ein entspanntes Kind beschert. Es kann schon sein, dass diese Ersatzbefriedigung nicht die beste Lösung war oder ist, dass unser Sohn im Idealfall sein Saugbedürfnis an der Brust gestillt hätte. Mag sein, aber wir haben uns für den Schnuller entschieden, schon wenige Tage nach seiner Geburt. Sein Stillrhythmus lag zwischen einer und zweieinhalb Stunden. Unser Sohn trank problemlos, gierig und zügig. Am liebsten hätte er den gesamten Tag an meiner Brust verbracht. Ich habe gerne gestillt und habe das Gefühl, dass es uns beiden sehr gut getan hat. Aber ich brauchte auch einfach Auszeiten und da half mit der Schnuller ungemein und so spazierte ich mit Schnullerkind viele Stunden in der Bondolino umher.

Mit Schnuller spricht man nicht

Mittlerweile brabbelt unser Kleiner. In der Kita kommt der Schnuller nur in Ausnahmesituationen zum Einsatz. Zum Mittagsschlaf, bei Unfällen oder wenn die Kleinen anfangen, zu kränkeln. Für uns war der Schnuller bequem, unser Sohn beruhigte sich immens schnell mit dem Schnuller. Aber so langsam ist er kein Baby mehr. Wir verstehen ihn nicht – oder besser: wollen ihn nicht verstehen -, wenn  er seinen Schnuller im Mund hat. Seit rund zwei Wochen versuchen wir ihm, den Schnuller abzugewöhnen. Das ist ganz schön anstrengend: Wenn er im Kinderwagen sitzt, halten wir viel Händchen. Er möchte viel getragen werden, aber bitte nicht in der Bondolino, sondern einfach so auf dem Arm. Immer wieder will er laufen, um nur kurze Zeit später wieder ein paar Meter im Kinderwagen zu sitzen.

Diesen Weg gehen wir gerade gemeinsam mit ihm und verabschieden uns immer mehr von seinem Freund, dem Schnuller. Auch abends gelingt es uns ziemlich gut, ihn ohne Schnuller zu Bett zu bringen. Er braucht etwas länger, um einzuschlafen, aber das genießen wir auch irgendwie. Einer von uns, meistens der Vater, liegt dann bei unserem Sohn und begleitet ihn in den Schlaf. Mit Schnuller war er nach wenigen Minuten eingeschlafen, so braucht er schon einmal eine halbe Stunde. Meistens wacht er in der Nacht auch auf, dann geben wir ihm den Schnuller, irgendwie braucht er ihn dann doch noch.

Schrittweise Entwöhnung

Momentan klappt die Entwöhnung schon ziemlich gut. Wenn er morgens aufwacht, zieht er mit einem lauten Plopp seinen Schnuller aus dem Mund und übergibt ihn uns. Er merkt irgendwie selbst, dass er ihn nicht mehr so sehr braucht. Wir sind gespannt, ob und wann die ersten Rückschläge kommen. Der nächste Zahn, die nächste Krankheit, der nächste Entwicklungsschub – das alles waren immer Situationen, in denen der Schnuller ganz hoch im Rennen war. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind und ja, Rückschläge gehören dazu, genau wie Ausnahmen. Denn es werden bestimmt solche Tage kommen, an denen wir keine Energie haben, auf den Schnuller zu verzichten. Aber momentan setzen wir uns selber eine Grenze: Der Schnuller liegt in seinem Bett und tagsüber können wir gar nicht in Versuchung kommen, den Schnuller zum Einsatz zu bringen.

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