Speihen und gedeihen

Bereits in der Schwangerschaft wird das Gewicht des ungeborenen Babys regelmäßig kontrolliert und so geht es nach der Schwangerschaft auch weiter. Unser Wurmi kam mit einem Geburtsgewicht von rund 3350 Gramm zur Welt. Etwa 200 Gramm an Gewicht verlor er in den ersten Tagen, nahm aber schnell gut und kontinuierlich zu. Das Stillen klappte prima und wir waren ganz euphorisch. Doch leider blieb das nicht so. Der Wurm trank zwar weiter sehr gut und oft, aber genauso gut und oft sprudelte die Muttermilch wieder aus ihm heraus. Er war wohl das, was man im Volksmund als Speihkind bezeichnet. Das Speihen war schon ziemlich nervig – kaum hatten wir ihm ein frisches Hemdchen angezogen, war das auch von wieder voll gespeiht, ebenso verhielt es sich mit unseren Klamotten. Überall verteilte der Wurm seine Spuren. Das war aber nicht weiter schlimm. Was uns jedoch Sorgen bereitete, war die Tatsache, dass sein Gewicht stagnierte. Er war zwar putzmunter, aber er nahm einfach nicht zu. Unsere Sorge wurde durch die Begebenheit gesteigert, dass er in den ersten Monaten im Schnitt alle zwölf Tage Stuhl hatte. Auch die Aussagen von Hebamme und Ärzten, dass dies alles ganz normal sei und wir uns keine Sorgen machen sollten, sondern wir nur das Gewicht in kleinen Zeitabständen kontrollieren sollten, beruhigten uns nicht.

Mit der Beikost steigt das Gewicht

Das Gewicht unseres Babys wurde also von der Hebamme etwa alle zwei bis drei Wochen kontrolliert. Zum Glück stieg es – zwar nur in sehr kleinen Schritten – aber es stieg. Etwa ab dem fünften Monat zeigte unser Wurmi großes Interesse an unserem Essen. In Absprache mit der Kinderärztin begannen wir mit der Beikost – mit dem obligatorischen Mittagsbrei aus Kartoffel und Karotte. Für unseren Wurmi bis heute gar keine gute Kombination, denn Karotten schmecken ihm zwar hervorragend, aber verursachen starke Verstopfungen. Daher stiegen wir auf Brokkoli um – und auch der Brei schmeckte ihm und seine Verdauung funktionierte besser denn je, mindestens einmal täglich hatten wir nun eine volle Windel. Eigentlich wollten wir Baby led Weaning ausprobieren, aber unser Wurmi wollte gefüttert werden, daran bestand kein Zweifel. Deswegen kamen wir ihm entgegen und ließen ihn sich nicht selber füttern, sondern fütterten ihn. Schnell reichte ihm sein Mittagsbrei nicht mehr – und er isst wirklich alles bis auf Spinat – und wir führten auch den Abendbrei ein. Abends ist sein Favorit Dinkelbrei, ganz eindeutig. Am liebsten mit geriebenem Apfel, Birne oder ein bisschen zerquetschter Banane. Bis zum achten Monat wuchs sein Interesse an fester Nahrung immer weiter. Sein Lieblingsessen: Banane! Und anders als bei den meisten anderen Kindern verursachen Bananen bei ihm keinerlei Verdauungsprobleme. Aber auch Brötchen, Laugenbrezeln, Leberwurst und Erdbeeren sind ganz vorne mit dabei. Die wohl schönste Wirkung der Beikost ist, dass sich unser Wurmi von einem sehr schlanken zu einem wohlgenährten Baby entwickelte. Mit Einführung der Beikost hatten wir also eine Sorge weniger – die Sorge um sein Gewicht.

Abstillen – das Baby entscheidet, wann

Etwa seit dem siebten Monat zeigte unser Baby nur noch sehr wenig Interesse für die Brust. Anfangs stillte ich nach Bedarf, etwa alle zwei bis drei Stunden. Mit Einführung der Beikost reduzierte ich das Stillen immer weiter bis ich schließlich nur noch mittags und abends stillte. Doch an den meisten Tagen möchte Wurmi nur noch abends gestillt werden, mittags hat er überwiegend kein Bedürfnis nach der Brust. Wir gehen seinen Rhythmus mit und lassen ihn selber bestimmen, wann und wie oft er noch gestillt werden möchte. Schön wäre es, wenn er bis zum vollendeten ersten Lebensjahr einmal am Tag noch Muttermilch zu sich nehmen möchte, aber es ist auch vollkommen in Ordnung, wenn er schon mit zehn Monaten seiner Meinung nach zu groß  für Muttermilch ist.

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