Turnen mit Kugelbauch

Wer schwanger ist, sollte am besten nur liegen und selbstverständlich für zwei essen. Diese Weisheit, die bei der Generation unserer Eltern noch allgemein vertreten wurde, hat sich aber zum Glück bis heute vielfach als nicht sinnvoll erwiesen. Bei der Nahrungsaufnahme ist das oberste Gebot, dass die Schwangere sämtliche Nährstoffe optimal abdeckt und bestimmte Lebensmittel wie rohes Fleisch oder Rohmilchkäse meidet – mehr essen als vor der Schwangerschaft, das muss sie erst in der späten Schwangerschaft. Heute gilt: Besser anstatt mehr essen in der Schwangerschaft.

Sport in der Schwangerschaft

Was die Frage danach angeht, ob Sport erlaubt ist und wenn ja, wie viel, da sind die Meinungen nicht ganz so eindeutig. Kann man sicherlich auch nicht pauschalisieren, weil es zu einem Großteil von der Fitness abhängt, mit der die Frau in die Schwangerschaft startet. Ich für meinen Teil habe vor der Schwangerschaft sehr regelmäßig Sport getrieben, bin täglich zur Arbeit geradelt, habe mehrmals in der Woche Fitnesskurse besucht und bin mindestens zweimal die Woche gejoggt. Auf die Frage, ob ich das Pensum reduzieren soll oder bestimmte Sportarten oder Übungen meiden soll, gab mir meine Gynäkologin eine ganz genaue Anweisung: „Hör auf dich selber. Sei ehrlich zu dir und schau, was dir gut tut. Was dir gut tut, das solltest du in der Regel auch machen können.“ Das war sicherlich kein Freifahrtsschein, mit Kugelbauch steile Felsen zu erklettern, stundenlang auf Trampolinen rumzuhüpfen oder zu tauchen. Vielmehr galt diese Aussage meiner Gynäkologin für die Sportarten, die ich ausüben wollte, also Radfahren, Laufen und Workouts, nicht für Extremsportarten, die ohnehin ein gesundheitliches Gefährdungspotenzial haben und somit in der Schwangerschaft natürlich nicht ausgeübt werden sollten. Und ja, ich habe sehr schnell gemerkt, wenn bestimmte Übungen nicht mehr gut für mich und das Ungeborene waren. Wichtig ist, ehrlich zu sich selbst zu sein und keinen falschen Ehrgeiz an den Tag zu legen – das war für mich gar nicht so einfach, aber es hat geklappt. Kurzum, ich bin bis zur 27. Schwangerschaftswoche gejoggt und bis zum letzten Tag habe ich Workouts gemeinsam mit dem Vater in spe geturnt, bin geradelt und in den letzten Monaten habe ich das Schwimmen und den von mir eigentlich verhassten Crosstrainer geliebt. Gerade der Crosstrainer hat mir extrem gut gegen meine Rückenschmerzen geholfen – hätte ich niemals gedacht, dass das langweilige stupide Rumgehampel auf so einem Gerät mir so eine Freude bereiten kann.

Bei einem unserer Partner-Workouts in der Kaifu-Lodge in Hamburg fragte uns eine Trainerin, ob sie unsere Turnstunde für die Facebook-Seite der Kaifu filmen dürfte. Wahrscheinlich, weil wir so unfassbar synchron unsere Übungen ausgeführt haben…

Ich habe also Sport getrieben, hatte eine komplikationsfreie Schwangerschaft und habe mich die ganze Zeit super gefühlt. Wären Komplikationen aufgetreten, hätte ich natürlich sofort das Level runtergeschraubt. Und ja, immer hatte ich Sorge, dass ich zu viel mache oder für das Baby schädliche Übungen turne – und ja, ich habe gegoogelt – und ja, ich werde versuchen, es in der nächsten Schwangerschaft nicht zu machen. Denn hier gilt die von meinem Mann geliebte und von mir verhasste Weisheit: Jede Schwangerschaft ist anders! Und jede Schwangere sicherlich auch.

 

Doch eine Webseite kann ich nur wärmstens empfehlen, wenn es um Sport in der Schwangerschaft geht: Das Informations- und Serviceportal „Sport und Schwangerschaft“ unter der Organisation und Redaktion der Deutschen Sporthochschule Köln. Hier finden Schwangere Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Sport in der Schwangerschaft.

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