Tschö Entenpo

Was haben wir uns die Köpfe darüber zermartert, wie wir unseren Sohn von seiner geliebten Windel trennen können. Noch vor zwei Wochen zeigte er nicht das geringste Interesse am Töpfchen oder der Toilette. Es sei denn, er durfte für uns Eltern abspülen. Aber wenn es um ihn und sein Geschäft ging, war klar: Das wird in der Windel erledigt. Nicht drängen, riet man uns. Haben wir auch nicht gemacht. Aber wir haben versucht, ihm den Toilettengang schmackhaft zu machen. Das Töpfchen haben wir mit Aufklebern geschmückt, Geschichten über große Kinder, die Pipi auf dem Klo machen, gelesen und Karli immer wieder sein Geschäft auf dem Töpfchen erledigen lassen. Lustig fand unser Kleiner diese Spielereien. Mit Windel-Enten-Po amüsierte er sich köstlich, wenn Karli zur „Toilette“ musste und er ihm zeigte, wie man richtig drückt. 

Bloß nicht drängen

„Jungs sind eh später dran und jedes Kind ist noch trocken geworden,“ lautete die Standardantwort auf unsere Frage, wie wir mit dem Trockenwerden umgehen sollen. Ja, bestimmt. Aber wir fühlten uns immer unwohler mit der Verwendung von Windeln. Ganz besonders aus dem Grund, dass wir so wenig Müll wie möglich produzieren wollen. Umso mehr freuten wir uns als unser Sohn vor rund einer Woche wie selbstverständlich das Töpfchen benutzen wollte. Seitdem läuft es bei uns. Sogar im Kindergarten oder vielleicht auch wegen dem Kindergarten. Denn in seiner neuen „großen“ Gruppe war er der einzige mit Entenpo. Er war der Kleine, der noch eine Windel braucht.

Männer unter sich

Wenn er die Wahl hat, dann möchte er mit dem Vater um die Ecke verschwinden und „Männersachen“ machen. Aber wenn kein Mann da ist, dann darf ich ihn auch begleiten. Wie der Toilettengang so läuft, hat er ziemlich schnell begriffen. Als ich ihm gestern auf dem Spielplatz sagte, dass ich mal zur Toilette muss, meinte er nur: „Tja, Mama. Du kannst kein Pipi an den Baum machen. Da müssen wir leider nach Hause gehen!“

Von Pipiseen und Überschwemmungen

Viel daneben gegangen ist bislang noch nicht. Nur einmal stand der gesamte Kinderwagen unter Wasser. Aber meistens schafft er es, rechtzeitig Bescheid zu geben. Damit haben wir nicht gerechnet. Ich kann es kaum glauben, wenn ich ihn mittags aus der Kita abhole und er noch dieselbe Hose wie morgens anhat. Nur nachts, da möchte er seine Windel noch anziehen. Die bekommt er auch, aber nur solange, bis die letzte Windel aufgebraucht ist. Denn neue kaufen wir keine mehr. Es werden bestimmt einige Überflutungen und Seen auf uns zukommen, aber die kommen sowieso. Und wir freuen und einfach diebisch, dass unser Sohn sich und wir uns ein gutes Stück von den Windeln befreit haben. 

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