Hebammen-Tipps

Auf einmal war es so weit: Wir waren Eltern! Wir waren mit unserem Mini-Baby in unserer vertrauten Wohnung, aber nichts mehr war von der Vertrautheit da. Wir waren nun zu dritt, jederzeit und unwiderruflich. Wir waren für dieses Mini-Menschlein verantwortlich, dafür, dass es satt ist, ihm warm ist, er sich geborgen fühlt – dafür, dass es ihm gut geht. Eine ziemliche Herausforderung, der wir von dem einen auf den anderen Tag gegenüber standen. Klar, wir haben uns in der Schwangerschaft vorbereitet und uns ausgemalt, wie unser Leben mit Baby sein wird und besprochen, wie wir mit unserem Baby umgehen wollen. Aber wie sollten wir eine Situation planen, die wir nicht im Entferntesten einordnen konnten? Nichts ist so überwältigend, wunderbar, aber auch fordernd und oftmals auch beängstigend – die Angst, etwas falsch zu machen – wie das eigene Baby.

Ein Hoch auf das Wochenbett

Zum Glück gibt es in Deutschland das Wochenbett und ein Segen war unsere Hebamme unfassbar unaufgeregt. Sie gab uns stets das Gefühl, sehr gut für unseren Wurmi zu sorgen, ihm ein gutes Zuhause zu geben und ihn geborgen auf dieser für ihn so neuen Welt willkommen zu heißen. Mit ihrem Zuspruch und ihren wertvollen Tipps fassten wir Zutrauen und fanden sehr schnell in unsere Elternrolle. Besonders schön war es, dass der Vater die ersten drei Wochen nach der Geburt unseres Sohnes Urlaub hatte und wir das aufregende erste Ankommen ganz in Ruhe zu dritt meistern und genießen konnten.

NaCl gegen eine verstopfte Nase

Anfangs hatte unser Sohnemann stets eine stark verstopfte Nase, was ihm das Trinken an der Brust erschwerte. Damit ich ihn aber trotzdem entspannt stillen konnte, brachte unsere Hebamme uns Mini-Spritzen – natürlich ohne Nadeln – und kleine Ampullen Natrium-Chlorid-Lösung mit. Diese Lösung spritzte ich unserem Sohnemann unmittelbar vor dem Stillen in die Nasenlöcher – natürlich nur, wenn er nicht frei atmen konnte – und schon konnte er ganz entspannt und ohne Atembeschwerden gestillt werden.

Wundermittel Muttermilch

Womit unser Sohn in seinen ersten Lebenswochen immer mal wieder zu kämpfen hatte, waren etwas gerötete Augen – der frischen Brise in Hamburg sei Dank. Damit erst gar nicht eine Bindehautentzündung entstehen konnte, empfahl unsere Hebamme Muttermilch. Einfach direkt aus der Brust ins Auge spritzen oder die Milch mit der Hand ausstreichen, in einer Tasse sammeln und dann mit einer Spritze ins Auge träufeln. Muttermilch lautete aber nicht nur gegen Bindehautentzündungen ihr Patentrezept: Auch bei einem wunden Po oder anderen wunden Stellen am Körper riet sie uns, erst einmal Muttermilch als Medizin auszuprobieren.

Pucken gegen zu viel Freiheit

Aus dem engen Mutterbauch raus in die weite Welt. Das machte unserem Wurmi doch zu schaffen. Immer wieder signalisierte er, dass ihm die Weite und Grenzenlosigkeit nicht behagen. Deswegen zeigte uns unsere Hebamme, wie wir ihn pucken können. Die ersten beiden Monate hat unser Sohn größtenteils gepuckt verbracht, wenn wir ihn nicht gerade getragen haben. Auch heute, wo er sich mit seinen neun Monaten schon gut in der Welt zurecht gefunden hat, gibt es noch Momente, in denen er nach einer Begrenzung verlangt. Er möchte dann zwar nicht mehr gepuckt, sondern ganz feste im Arm gehalten werden.

Das Wickeln gefiel unserem Sohn anfangs überhaupt nicht: Nackte Haut, ein feuchter Lappen und eine neue Windel. Das alles auf einer freien Fläche – zu viel für unseren Sohnemann und für ihn ein guter Grund, in hemmungsloses Geschrei auszubrechen. Auch hier hatte unsere Hebamme eine Lösung parat: Sie rollte ein großes Badetuch als Wurst zusammen und legte dieses wie ein Stillkissen in U-Form auf die Wickelunterlage. Schon hatte unser Wurmi eine Begrenzung und das Gezeter beim Wickeln hielt sich in Grenzen.

Bauchschal gegen Blähungen und Bauchschmerzen

Starke Blähungen plagten unser Baby vor allem in den ersten vier Monaten seines Lebens. Ich versuchte vorzubeugen, indem ich einen widerlichen Sud aus gemörserten Kümmelsamen trank, keine blähenden Produkte und nur wenig Zucker aß. Ohne jede Wirkung. Wir wollten ihm aber nach Möglichkeit keine Medikamente oder Zäpfchen geben, es musste doch eine andere Lösung geben. Und hier kam wieder unsere Hebamme ins Spiel. Sie strickte unserem Sohn einen Bauchschal, den wir ihm vor allem nachts um den Bauch banden. Von der Brust bis zur Hüfte hielt der Schal ihn sehr warm und entspannte sein kleines Bäuchlein. Er schlief wesentlich ruhiger und entspannter mit dem Bauchschal und wir waren glücklich, endlich eine Lösung für das Bauchproblem gefunden zu haben. Und ich war heilfroh, keinen Kümmeltee mehr trinken zu müssen.