Ländliches Leben

Wir mögen Hamburg. Es ist wirklich eine traumhaft schöne Stadt. Wir lieben die Cafés, die Restaurants, die Alster, die Elbe, den Planten un Blomen und natürlich allen voran unsere Freunde. Was wir immer weniger liebten waren unsere Nachbarn, unsere Jobs, die nordische Mentalität, die Super-Hipster, dieses ganze Juppie-Gehabe einfach. Mit Baby lässt sich diese Stadt nicht mehr so leben – oder wer geht schon mit seinem Säugling am Wochenende schön ein Gläschen Wein trinken oder hängt in der verrauchten Szene-Kneipe bei nem frischgezapften Astra ab? Wir nicht. Immer stärker wurde unser Bedürfnis, ruhiger zu wohnen, näher an der Natur, weniger Verkehr, Lärm – einfach kinderfreundlicher. Hinzu kam, dass unsere Wohnsituation immer unerträglicher wurde. Die Wohnung war einfach zu klein und die Nachbarn zu nervig. Dazu noch eine Jobsituation, die mehr schlecht als recht war – was die eigene Zufriedenheit anging. Viele Punkte und eine Lösung, die auf der Hand lag: Wir ziehen um! Und zwar dahin, wo wir ländlicher in einer größeren Wohnung wohnen können und für uns beide gute Jobaussichten gegeben sind. Schnell war klar: Das Rheinland soll es werden. Konkret wurde dieses Vorhaben etwa drei Monate nach Wurmis Geburt und dann ging alles ganz schnell. Der Vater zog seinen favorisierten Job an Land, die Wohnung war innerhalb weniger Wochen gefunden und als der Wurmi fünf Monate alt war, stand auch schon der Umzug an.

Der Umzug mit Baby

Ich versuchte, tagsüber die Kisten zu packen, abends entsorgten wir gemeinsam aussortierten oder müllwürdigen Stuff. Das lief soweit gut. Probleme bereitete uns die Frage, wie wir den ganzen Krempel die 500 km runterkarren sollen. Umzugsunternehmen? Zu teuer. Einen Fahrer für einen LKW engagieren? Auch zu teuer oder aber unseriös. Eltern mit einspannen? Eigentlich sind die zu alt oder gesundheitlich nicht in der Lage für so eine Aktion. Gut, dann machen wir es selber. Sprich: Der Vater und mein Bruder. Ich durfte nicht mithelfen, sondern wurde von den Schwiegereltern am Umzugsmorgen abgeholt, damit Wurmi und ich wohlbehalten in der neuen Heimat ankommen und die neue Wohnung – die ich bis dahin nicht gesehen hatte – offiziell zu übernehmen. Gar nicht so einfach, die beiden Männer da mit dem ganzen Berg Arbeit alleine zu lassen. Aber sie haben es mit Bravur gemeistert. Der Sprinter ging kaum mehr zu, aber es war alles drin. Wir waren raus aus Hamburg und drin im Rheinland. Alle Sorgen, dass der Wurmi eine Eingewöhnungsphase im neuen Heim braucht und uns unseren Schlaf raubt, haben sich schnell zerschlagen. Unser Wurmi liebt unsere neue Bleibe mindestens genauso wie wir und wir sind überglücklich, dass wir diesen Schritt gewagt haben. Unbefristete, einigermaßen gut bezahlte Jobs aufgegeben, gewohnte Umgebung und tolle Freunde verlassen und rein ins Ungewisse, in unser ganz persönliches Abenteuer, das sich bis zu dem jetzigen Zeitpunkt als das Beste entpuppt, was wir uns für unsere kleine Familie wünschen können.

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