(Urlaubs)Fieber

Sehnsucht ist kein Ausdruck mehr. Es ist mehr. Vielleicht ist es Heimweh. Jedenfalls ist es ein Gefühl, das ich so noch nicht kannte. Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir die große Hansestadt verlassen. Und vor ziemlich genau einem Monat wollten wir ihr endlich mal wieder einen Besuch abstatten. Endlich! Die Stadt fehlt! Die gewohnten Orte mit all den Erinnerungen fehlen! Aber vor allem fehlen die Freunde. Freunde, die in den letzten Jahren unser Leben begleitet haben. Freunde, die immer noch da sind, aber eben doch ganz weit weg.

Unser lang ersehnter Weihnachtsurlaub bei den Großeltern im Norden fiel flach. War ich selber schuld. So ist das eben, wenn man arbeitet und Urlaub nicht drin ist. Um unsere Enttäuschung irgendwie zu überwinden, planten wir den nächsten Trip in den Norden. Zuerst Hamburg und dann Flensburg standen auf dem Plan. Hamburg: Die Stadt, in der unsere Familiengeschichte begann. In der wir uns lieben lernten. In der unser Sohn geboren wurde. Eine Stadt, die uns so viel bedeutet, die uns an all das zurückdenken lässt, was wir schon erlebt haben. Und dann Flensburg: die Heimatstadt des Vaters. Die Stadt in der die Großeltern leben, in der der Vater um meine Hand anhielt. Die Stadt, die unser Sohn noch nie gesehen hat und die der Vater ihm so gerne zeigen möchte.

Vorfreude ist die schönste Freude 

Wir planten. Malten uns aus, wie wir „unsere“ Orte besuchen würden. Wir träumten und freuten uns. Schnell mussten wir feststellen, dass wir nicht allen gerecht werden können. Vier freie Tage sind eben begrenzt – aber Hauptsache, wir fahren überhaupt, dachten wir uns. Ja, das dachten wir uns. Denn wir fahren nicht. Unser Sohn ist krank. Wir haben es gedreht und gewendet, haben immer wieder gehofft. Aber wir müssen einsehen: Es geht nicht! Unser Sohn braucht Ruhe und Geborgenheit. Er hustet, schnieft und seine Augen sind verklebt. Dazu dieses verdammte Fieber.

Wir sind sehr traurig, dass wir den Norden schon wieder nicht sehen. Dass wir unseren Besuch schon wieder auf unbestimmte Zeit vertagen müssen. Aber was hilft es, Trübsal zu blasen? Jetzt heißt es, für unseren Kleinen da zu sein. Ihn gesund zu pflegen und uns vier schöne Tage in unserer neuen Heimat zu machen. Aber so viel ist gewiss: Wir kommen Hamburg! Wir kommen Flensburg! Wir kommen, keine Ahnung, wann, aber wir kommen! Und bis dahin freuen wir uns über jeden Nord-Besuch in unserer neuen Heimat!

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